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Über mein Arbeiten

Ausgangspunkte meiner Arbeiten sind Fund- und Sammelstücke von Gebrauchsgegenständen, vor allem aus dem häuslichen Alltag und vom Flohmarkt. Gebrauchte Gegenstände sind vom Leben gezeichnet und nicht mehr perfekt. Der Lack ist ab; ungeschminkt stehen sie da.


Mein zentrales Anliegen ist die Bewegung, die mich seit Mitte der 90-iger begleitet. Was sich bewegt, lebt, ist lebendig. Eine spielerische Leichtigkeit, etwas Humorvolles schwingt immer mit, selbst wenn ernsthafte Bezüge dargestellt werden. Wurde bis 2006 die Bewegung mittels Haushaltsgeräten, also Maschinen, initiiert, habe ich seither Wasser als Antriebsquelle für Bewegung verwendet. Wasser als Voraussetzung für Leben und – in diesem Fall – als Antriebsquelle für Bewegung.


Der spielerische Umgang mit den und die experimentelle Kombinatorik der eingesetzten Gegenstände mit den Antriebsquellen ist ein drittes Kennzeichen meiner künstlerischen Arbeit. Oft entstehen durch assoziatives Kombinieren Absurditäten, an deren Werden ich dem Zufall seinen Raum lasse. Die Antriebsquellen (Mixer, Föhn, Waschmaschinen, Wasserräder) sind nicht als funktionales Beiwerk untergeordnet im Verborgenen tätig, sondern werden den von Ihnen bewegten Gegenständen als eigenständige Objekte im Gesamtgebilde gleichberechtigt sichtbar eingesetzt. Bewusst an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und meist zweckentfremdet arbeitend, ermöglichen sie einen nicht monotonen Bewegungsablauf und erheitern durch das quasi unperfekte Heraustreten aus der Gleichförmigkeit. Insofern sind meine Gebilde ein Plädoyer für die Unvollkommenheit und Lebendigkeit des Seins und die große Hudlerin Evolution.

 

Martin Stiefel

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